Keine ganz gewöhnliche Trainingswoche
17. Juli 2011
War´s das?
24. Juli 2011
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Bei den erstmals ausgetragenen „Salomon 4-Trails“ durfte ich, wie schon bei den letzten Trail-Veranstaltungen von „Plan B“ als Vorläufer die schönsten Trails im Alpenraum „vom Wettkampffeld gehetzt“ erlaufen. Meine Aufgabe bestand darin, vor den Wettkämpfern auf die Strecke zu gehen und auf der bereits vormarkierten Route fehlende Markierungen zu ersetzen oder von Wetter bzw. Vandalen zerstörte Markierungen nachzubessern. Je nach Arbeitsaufwand musste ich zwischendurch ordentlich Gas geben um von den Topathleten des Feldes nicht eingeholt zu werden. Ca. 2 Stunden vor dem offizeillen Start begab ich mich, mit Wegtafeln, Kreidespray und Trassierband bestückt, auf die Strecke. Das heißt, der Wecker klingelte manches Mal schon um 4 Uhr, damit ich mich um bereits 5 Uhr auf den Weg machen konnte, den ersten Gipfel zu erklimmen. Der Lohn: Unbeschreibliche Kulissen, unvergessliche Sonnenaufgänge, völlige Ruhe!

1. Etappe Garmisch – Ehrwald

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Sogar als Vorläufer durfte ich heute noch einmal ausschlafen. Da der Start erst auf 10 Uhr festgelegt war – einige der insgesamt 170 Teilnehmer reisten erst heute an – reichte es mir, mit einem 1½ stündigen Vorsprung auf die Strecke zu gehen. Bis zur zweiten Verpflegungsstation, wo Christoph Gnieser, der zweite Vorläufer, meine Arbeit übernahm, hatte ich ohnehin nur 23 km und 1.600 Höhenmeter zu bewältigen. Dieser erste Tag war eine optimale Einführung in die bevorstehenden Etappen, mit dem höchsten Punkt an der Längenfelder Bergsation auf nur knapp über 1.600 Meter und keinen besonders schweren Anstiegen.

Nichtsdestotrotz konnte man einige wunderschöne Bilder einfangen:

Blick auf GAP vom "Vorderen Hausberg"

Berggasthof Bayernhaus

"Verpflegungsstation Diensthütte"

Da ich „zu früh“ unterwegs war, kam ich leider nicht in den Genuss, die erste Verpflegungsstation an der Diensthütte zu nutzen. Bei den hohen Temperaturen musste ich mit meinem Wasservorrat gut haushalten, denn der Anstieg zur Bergstation Längenfälder stand unmittelbar bevor.

Abkühlung gab es dann nach 25 km im Eibsee…

Eibsee

2. Etappe Ehrwald – Imst

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Obwohl der höchste Punkt der zweiten Etappe mit der Grünsteinscharte auf nur 2.272 Meter lag, wurde es schon richtig alpin und insgesamt mussten die Teilnehmer fast 2.700 Höhenmeter auf der 43 km langen Strecke bewältigen. Direkt von Ehrwald ging es schon steil bergan und  nach einem Flachstück zwischen Ehrwalder Alm und Seebensee hatte man nach nur 13 km fast 1.400 Höhenmeter bewältigt.

Neben den vielen visuellen Eindrücken, war das Überschreiten der Scharte nicht nur der geographische Höhepunkt!

Blick auf Ehrwald

Seebensee

Hochalpin zur Grünsteinscharte

Blick von der Grünsteinscharte in die Pitztaler Alpen

Da es zu Gewittern hätte kommen können, begab ich mich nach dem Abstieg und dem Erreichen der zweitenVerpflegungsstation zurück zur Grünsteinscharte um dort die letzten Teilnehmer in Empfang zu nehmen, die das Zeitlimit nicht erreichen werden. Dadurch hatten die Schlussläufer die Möglichkeit auf die Teilnehmer davor einzuwirken und sie aus der Gefahr eines möglichen Gewitters zu nehmen. Das Gewitter setzte glücklicherweise nicht ein und so hatten die meisten Läufer noch das Vergnügen einen unbeschreiblichen Ausblick auf dem Grat des Simmering zu genießen.

3. Etappe Imst – Landeck

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Diese Etappe war nahezu eine Strecke zum Ausruhen vor dem großen Finale. Nur 31 km und knapp 1.900 Meter im Aufstieg waren zu bewältigen. Da auch an diesem Tag mit großer Wahrscheinlichkeit Gewitter kommen sollten, wurde kurzfristig eine Alternativroute markiert, die nicht über den Grat der Venetalpe zur Glanderspitz führte, sondern etwas unterhalb entlangführte. Gewitter gab es auch an diesem Tag zum Glück nicht und der Einzige der im wahren Wolkenbruch lief, war ich, als ich mich um 5 Uhr von Imst aus auf den Weg machte. Als ich zischenzeitlich schon dreimal meine Schuhe ausgeleert hatte – das Gute an Gore-Tex ist, dass kein Wasser von außen nach innen geht, aber auch nicht von innen nach außen, wenn sie von oben vollgelaufen sind – ich zwischenzeitlich meine Finger vor Kälte kaum noch bewegen konnte, kam, kurz bevor ich den höchsten Punkt erreichte, die Sonne heraus. Wie eine andere Welt lag das Bergpanorama plötzlich vor mir.

Als der Regen endlich ging...

Bevor ich den Downhill nach Landeck in Angriff nahm, sonnte ich mich noch etwas bei der zweiten Verpflegungsstation und trocknete meine Sachen…

4. Etappe Landeck – Samnaun

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Die Königsetappe bei Kaiserwetter! 45 km und fast 3.000 Höhenmeter, heute wurde nochmal alles abverlangt! Auch ich nahm mir vor, soweit es die Markierungsarbeiten zuließen, nochmal richtig Gas zu geben, zumindest ab der zweiten Verpflegung, ab welcher, wie immer Christoph übernommen hat.

Blick vom Fisser Joch

Gegen 7 Uhr, nach ca. 2 Stunden erreichte ich das Fisser Joch und hätte mich mit dieser Zeit auch im Feld ganz gut platziert. Anschließend der Downhill zur Kölner Hütter, den ich etwas vorsichtiger anging und auch zur Fotopause nutzte.

Es folgte ein Aufstieg in einem Talkessel der mir einiges an Zeit kostete, da das Markierungsteam an dieser Stelle am Vortag bei Starkregen und Gewitter unterwegs war, umso mehr Zeit musste ich für diesen Streckenteil aufbringen. Zum Glück war ich bis dahin ziemlich flott unterwegs. Mit genügend Vorsprung erreichte ich wieder Helmut, den „Chef“ der zweiten Verpflegung, unterhalb des Arezzjoch.

Allzulange musste ich aber nicht warten, bis überraschender Weise Carsten Schneehage an Stelle sieben liegend hier ankam. Schnell packte ich meine Sachen zusammen und folgte ihm, sowie Seppi Neuhauser und Anton Phillip auf die Ochsenscharte und dem langen Downhill zur österreichisch-schweizer Grenze. Auf den anschließenden lediglich leicht profilierten 8 km konnte ich meine „Laufstärke“ ausspielen und holte Carsten, der den Berg scheinbar hinunter flog, ein.  Nach einer Nettozeit um ca. 5:15 Std erreichte ich das letzte Ziel der 4-Trails in Samnaun.

Am Abend fand auf der Bergstation die Finisherparty statt. Ein toller Abschluss mit grandiosem Panorama, glücklichen Finishern und verdienten Siegern!

Erstklassige Bilder des „Salomon 4-Trails“ bei sportograf.com

4-Trails Homepage

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

4 Comments

  1. Arndt Ollig sagt:

    Hallo Carsten,

    super Bilder,super Bericht und super Leistung. Ich ziehe den Hut(extra angezogen). Ich bin begeistert und ganz ehrlich auch ein wenig neidisch. Keine Phrase,es gefällt mir.

    Gruß Arndt

  2. […] etwas hin. Im Juli stand statt Tempo bolzen ein weiteres Mal die Faszination Berge auf dem Plan. In vier Etappen von Garmisch nach Samnaun. 160 km durch die schönsten Landschaften und auf den spannendsten Trails, die ein Läuferherz […]

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