Run & Bike Marathon Coburg
21. Juli 2012
Im Quintett in den Morgengrauen
Ultramarathon Celje-Logarska
3. September 2012
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Zieleinlauf
  • int. Klopeiner See Volkslauf
  • 15.08.2012
  • 5,2 + 10,4 km und Kinderläufe
  • komplett asphaltierte Strecke um den Klopeiner See mit zwei Steigungen auf der gegenüberliegenden Seeseite

Es war einer dieser Tage, an denen man sich einfach nicht zum Tempotraining motivieren kann. Der Urlaubstag beginnt, wie alle anderen zuvor auch, mit einem sehr entspannten, üppigen Frühstück. Mit meiner Frau verbringe ich knapp zwei Wochen in einem idyllischen Tal in den Karawanken, also den südlichen Teil der Alpen in Slowenien. Hier mache ich mich schon ein wenig mit dem vertraut, was mich Anfang September im Rahmen des Ultramarathons Celje-Logarska erwartet. Wir machen Urlaub – kein Trainingslager – also eine Trainingseinheit am Tag muss reichen und die wird möglichst „störungsfrei“ in den Tagesablauf integriert. So plane ich heute, meine „Laufstunde“ im Rahmen unseres Tagesausflugs nach Kärnten, am Klopeiner See einzubringen. Ein Tempotraining soll es sein, also bleiben die Trailschuhe im Regal, dafür kommen die Lightweighttrainer ins Gepäck, eine Short, Trikot und Socken, das war´s.

Es ist Feiertag, deshalb flüchten wir aus unserem Urlaubstal, bevor die Massen hineinstürmen. Nach einer Stunde Autofahrt über den Paulitschsattel befinden wir uns am Klopeiner See an welchem zwar ein mindestens genauso großer Andrang herrscht, aber wir finden in einem Strandbad ein nettes Plätzchen um der Sonne zu frönen. Bei über 35°C im Schatten wird das Umdrehen auf der Liege zur schweißtreibenden Anstrengung. Dennoch klopft das Männchen im Hinterkopf und erwartet, dass ich mich endlich aufraffe, Laufen zu gehen. Um 14:30 Uhr schüre ich also meine Schuhe und mache mich auf dem Weg um den See. Welchen Umfang er wohl hat? Acht Kilometer? Zwei Runden müssen dann heute reichen. Eine halbe Runde jeweils ein- und auslaufen und eine Runde Tempo, mehr gibt es heute eben nicht. Nach zwei Kilometer befinde ich mich schon fast an der gegenüberliegenden Seite. Also kleiner als gedacht, dieser wirklich schön gelegene See. Ich ändere meinen Plan, da es echt brutal heiß ist für ein Tempotraining, laufe ich 3 Runden und eine davon eben etwas schneller. Soeben fertig gedacht laufe ich durch einen Zielkanal – durch einen der gerade errichtet wird. Ich frage, was hier stattfindet und werde rasch aufgeklärt Um 16 Uhr startet der Klopeiner Seelauf mit den Kinderläufen und um 17 Uhr die „Profis“ mit 5,2 und 10,4 km. Ich fragte noch nach ob man sich noch nachmelden kann und machte mich dann, nachdem die Frage bejaht wurde, schleunigst auf den Weg zu unserem Liegeplatz auf der anderen Seeseite. Meine Frau staunte nicht schlecht als ich nach knapp über 20 Minuten offensichtlich mein Training schon beendet hätte, noch mehr staunte sie, als ich sie in meinen Plan einweihte. Dankenswerter Weise, gab sie grünes Licht 😉

Also nochmal auf die andere Seite, nachmelden und wieder zurück. Die ersten elf Kilometer sind voll, aber mein Kohlehydratspeicher leer. Das Frühstück war zwar groß, allerdings schon 9 Stunden her. Bevor wir unseren Platz räumen, gönne ich mir, was der kleine Carboloading HamburgerImbiss hergibt. Einen großen Hamburger – eine Stunde vor dem Start, mal eine ganz neue Variante. Los zum Auto, rüber auf die andere Seite, Parkplatz suchen, zum Start, es bleibt noch Zeit für drei Steigerungsläufe, in die Startaufstellung und ab.

Ich halte mich dezent zurück – ist ja nur ein Tempotraining – und passiere den ersten Kilometer als ca. 15. in 3:35 Minuten. Nach weiteren 300 Metern folgt ein leichter Anstieg und ich merke, wie die vor mir laufenden etwas langsamer werden und ich aufschließe. Vorbei mit Tempotraining, jetzt ist Wettkampf. Ganz automatisch klappte ein Schalter in mir um. Auf dem kommenden Flachstück habe ich mich schon auf Platz 6 vorgearbeitet. Dann folgt der nächste Anstieg und ich lasse drei weitere Mitläufer hinter mir. Auf dem nun folgenden Gefälle versuche ich das umzusetzen, was ich vorgestern bei meinem 18-km-Tempodauerlauf bewusst trainiert habe: richtig Tempo machen. In 2:40 min konnte ich da einen Kilometer laufen, doch heute ist es nicht ganz so steil und das Gefälle auch nicht ganz 1000 Meter lang. Dennoch habe ich mich abgesetzt. Die beiden Führenden sind jedoch schon 200 Meter vor mir. Das habe ich verschlafen. Beim Rundendurchlauf sehe ich, dass einer der Beiden bereits sein Rennen beendet hat. Ich laufe also auf Platz 2 und habe vor dies auf den nächsten 5,2 km zu halten. Die beiden Anstieg komme ich nicht mehr so leicht hoch wie in der Runde zuvor, doch ich versuche mich auf eine seltsame Art zu motivieren. Ich sage mir, gegenüber den Schmerzen, die ich in 2 Wochen haben werde ist das hier ein Kindergarten, beiße die Zähne zusammen und ziehe hoch. Den Führenden kann ich sehen, er hat den gleichen Vorsprung wie in der ersten Runde, da tut sich also nichts mehr. Nach hinten auch nicht, wie mir die Zuschauer an der Strecke mitteilen und so beende ich mein Tempotraining der etwas anderen Art als Gesamt Zweiter beim int. Klopeiner Seelauf. Gar nicht übel, so voll in der Ultramarathonvorbereitung, einen Tempodauerlauf und Berglauf in den Beinen und einen Hamburger im Magen.

Zieleinlauf

Beim Sieger des Laufs, Christoph Lorber, handelt es sich um einen Triathleten mit großen Ambitionen, also alles andere als eine Schande, ihn nur von hinten gesehen zu haben.

Nach dieser Hitzeschlacht verzichtete ich anschließend aufs Auslaufen und sprang ins vermeintlich kühle Nass. Beim wärmsten See Österreichs reduziert es sich auf nass, doch besser als noch ein paar Kilometer in der Hitze zu laufen, war das allemal.

Ergebnisse

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

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