Saisonabschluss auf der Alb und in Frankfurt
7. November 2013
Wenn nicht jetzt, wann dann?
9. Januar 2014
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Das Jahr 2013 ist so gut wie vorüber und endlich kehrt Ruhe ein – so soll es in der Weihnachtszeit auch sein. Es ist Usus, dass zu dieser Zeit die vergangenen Monate reflektiert werden. Gut, irgendwann wird es vielleicht auch mal zu viel, denn in jeder Zeitung, auf jedem Fernseh- und Radioprogramm sowie in den unzähligen Blogs dieser Welt, werden die vergangenen 365 Tage beleuchtet und neu aufgewärmt. Wen dies nicht interessiert, der hat in der Weihnachtszeit mit Weihnachtsmarkt besuchen, Geschenke kaufen, Glühwein trinken, Plätzchen backen, Weihnachtsvorbereitungen und und und, genügend Alternativen diese Retrospektiven zu vermeiden. Dennoch sollte sich ein Jeder die Zeit nehmen – zumindest für sich alleine – das Jahr Revue passieren zu lassen; an die schönsten Stunden des Jahres zurück denken und nochmal genießen, aber auch an Sachen denken, die nicht so gut gelaufen sind – sicher kann man es im nächsten Jahr besser machen – oder eben auf diese Art mit den negativen Seiten das Jahres abschließen. Ich bin mir sicher, dass auf diese Art viele schöne Momente im Kopf und Herzen hängen bleiben, egal was geschehen ist.

Ich möchte in den nächsten Zeilen mein Sportjahr zusammen fassen. Gerade weil ich im Moment fern ab meiner Form bin, schöpfe ich so neue Motivation fürs neue Jahr und erfreue mich an den Höhepunkten meines wohl erfolgreichsten Sportjahres. In der Gesamtheit betrachtet habe ich wohl die wenigsten Trainingskilometer der letzten Jahre absolviert und konnte mich auf keinen einzigen Wettkampf gezielt vorbereiten, trotzdem oder gerade deswegen, darf ich mich nicht nur freuen, sondern auch ein bisschen stolz auf das Geleistete sein.

Erfolg ist die Summe aus harter Arbeit, ein bisschen Glück und vor allem der Unterstützung derer die immer hinter einem stehen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön loswerden. Vielen Dank Nici, für die Stunden und Tage, an welchen du auf mich verzichten musstest, meine Launen aushalten oder mich unterstützen musstest – aber auch mit mir feiern durftest 😉

Vielen Dank für die großartige Unterstützung an ASICS sowie Garmin, Aktiv3 und Syngery-Sports!

Ganz großen Dank auch an alle Sportkollegen, mit welchen ich laufen, mich messen und einfach tolle Momente erleben durfte und vor allem an das gesamte ASICS-Frontrunner-Team für die schönen Treffen, die netten Kontakte und für die Ehre die mir zum Saisonhöhepunkt zuteilwurde!

Mein Laufjahr 2013

Januar – Rodgau

Rodgau 50 km

Am Start der 50 km von Rodgau – noch konnte man auf dem Schnee stehen…

Mit einem soliden Trainingsaufbau ab dem Spätherbst 2012 konnte ich perfekt in die Saison starten. Die 50 km von Rodgau sollten nach über vier Monaten verletzungsbedingter Wettkampfpause ein Test sein um festzustellen auf welchem Stand ich mich befinde. Auf der flachen 5-km-Runde mussten jedoch drei Kilometer im knöcheltiefen Schnee zurückgelegt werden. Zwar hatte ich verständlicher Weise gegen den späteren Sieger Florian Neuschwander keine Chance und erreichte erst neun Minuten nach ihm das Ziel, konnte aber auf den letzten Runden noch ordentlich Zeit auf den Ukrainer Holovnytskyy gutmachen und erreichte hinter diesem den dritten Gesamtrang. Für den weiteren Saisonverlauf war dieser Lauf von besonderer Bedeutung, denn ich geriet in den Fokus für eine mögliche Teilnahme an der Ultra-Trail-WM.

Bienwaldmarathon Kandel

Ziel erreicht – Bienwald Marathon in Kandel

März – Kandel

Eine der Hürden für die Teilnahme war die vom DLV geforderte sub 2:40 Std auf der Marathonstrecke. Ich war überzeugt, dies in Kandel erreichen zu können. Direkt aus dem Training heraus, außerdem etwas zu schnell gestartet und ab km 11 auf mich ganz alleine gestellt, wurde es am Ende dann doch noch etwas eng, doch nach 2:38 Std erreichte ich – wieder als Gesamt Dritter – das Ziel.

Mallorca

Eine Woche später fand ich mich auf Mallorca wieder. Hier durfte ich Carsten Eich bei seiner Premiere des Laufcamps in Allcudia unterstützen und mir selbst den letzten Schliff für eine ordentliche Saison holen. Ein sehr abwechslungsreiches Training und 250 Laufkilometer sollten sich noch ausbezahlen. Mehr als nur Beiwerk: nette Bekanntschaften, tolles Wetter, interessante Gespräche und viel Spaß!

Running Camp

Bunt gemischte Truppe beim Running Camp mit Carsten Eich auf Mallorca

April – Mnisek / Tschechien

Drei Wochen später stand ich beim ersten Wertungslauf zum Europacup im Ultramarathon in Mnisek / Tschechien am Start. Nach dem unglücklichen Abbruch der Serie im Vorjahr, wollte ich in diesem Jahr auf Nummer Sicher gehen und es nicht auf das letzte Rennen ankommen zu lassen – zum Glück! In Mnisek siegte ich vor dem unangefochten Favoriten Daniel Oralek und verpasste nur knapp dessen Streckenrekord.

Bayerische Halbmarathonmeisterschaft

Bronzemedaille bei der Bayerischen HM-Meisterschaft

Ruhstorf

Viel Zeit für Regeneration blieb nicht, denn nach 14 Tagen war meine Unterstützung bei der bayerischen Halbmarathonmeisterschaft in Ruhstorf gefragt. Zwar plagten mich üble Bauchkrämpfe aber 1:13:46 Std. reichten für die Bronzemedaille der Mannschaft der Skivereinigung Amberg.

Mai – Rennsteiglauf

Im Mai schließlich das Highlight „Rennsteiglauf“. Auf dem langen Kanten hatte ich meinen zweiten Platz des Vorjahres zu verteidigen – so zumindest die „Erwartungen von außen“. Neben Christian Seiler, an welchen der erste Platz im Prinzip schon vergeben war, gab es eine starke Konkurrenz, die sich um die Plätze streiten durfte. Bis auf 30 Sekunden konnte ich dieselbe Zeit wie 2012 laufen, obwohl das Rennen

Rennsteiglauf

Am Langen Kanten – Rennsteig Supermarathon

so ganz und gar anders verlief. Mir fehlten die Lockerheit und die Euphorie und so wurden die letzten 25 km zu einer verdammt harten Angelegenheit. Umso größer meine Freude im Ziel: ich konnte den Vorjahreserfolg wiederholen, hatte nun eine ordentliche Ausgangsposition im Europacup und die Nominierung für die Ultra-Trail-WM war nun nur noch eine Formalie!

Leider habe ich mich bei dem Lauf am Oberschenkel verletzt. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als ich trainingstechnisch noch mal eine Schippe drauf legen wollte musste ich dieses komplett zurückfahren. Durch die ausgezeichnete Betreuung des RehaBilitaris-Teams war mein Start bei der WM jedoch zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Juli – Ultra-Trail-WM in Wales

Anfang Juli war es dann soweit. Nach 20 Jahren durfte ich wieder den Bundesadler auf der Brust tragen. Nur mit der Mindestbesetzung von je drei Starter/innen standen wir in Conwy / Wales am Start. Das ungewöhnlich warme Wetter sorgte auf der sehr abwechslungsreichen Strecke (5 Runden á 15 km) für ein ziemliches Durcheinander in Klassement. Obwohl ich auch sehr unter den Bedingungen zu kämpfen hatte, konnte ich mich einigermaßen wacker schlagen und erreichte nur knapp hinter dem Ex-Weltmeister, dem Franzosen Erik Clavery, als 18. das Ziel. Durch die grandiose Leistung des neuen Vize-Weltmeisters Florian Neuschwander und einer starken Leistung von Rene Strosny gewannen wir, völlig unerwartet, die Bronze-Medaille, noch vor so großen Trailnationen wie Italien und den USA. Das Jahr konnte schon nicht mehr getoppt werden…

Ultra-Trail-WM

Ultra-Trail-WM – 77 km durch den Gwndyr-Forest

September – Celje / Slowenien

Seit dem Rennsteiglauf war es mir nun nicht mehr möglich ein ordentliches Trainingsprogramm abzuleisten und im Sommer sollte sich daran nichts ändern. Mit einem Minimalaufwand versuchte ich mich „fit zu halten“ um am zweiten Septemberwochenende beim nächsten Wertungslauf des Europacups einigermaßen an meine Leistung aus 2012 anknüpfen zu können.

Celje - Logarska Dolina

Zieleinlauf in Logarska Dolina

Während ich im Vorjahr bei Regen und Höchstwerten von 10 °C die 75 km von Celje nach Logarska Dolina bewältigte – definitv MEIN Wetter – so gab es diesmal Sonner und gut über 20 °C. Schön für die Begleiter, aber auch schön für mich, den so konnte ich die Landschaft echt genießen. Eine etwas geänderte Strecke, die nun öfter direkt am Fluss Savinja über leichte Trails und Waldwege führte machte zudem auch deutlich mehr Spaß. Trotz einiger Problemchen mit Steinen im Schuh und Bauchkrämpfen auf der zweiten Hälfte des Rennens konnte ich einen ungefährdeten Sieg einfahren, welchen ich mit meiner Familie und netten Freunden in dem wunderschönen slowenischen Alpental feiern durfte. Der Sieg im Europacup war mir nun auch nicht mehr zu nehmen.

Oktober – München Marathon

Fünf Wochen später fand im Rahmen der Deutschen Marathonmeisterschaft in München auch die Deutsche Polizeimeisterschaft im Marathon statt. Das bayerische Team schien unter anderen mit Manuel Stöckert und Mario Wernsdörfer perfekt aufgestellt. Doch leider fielen diese verletzungsbedingt aus, so dass ich unmöglich auf einen Start in München verzichten konnte – auch wenn dieser so gar nicht in meine Planung passte. Ich versuchte mit einem ruhigen und gleichmäßigen Rennen in einer Zielzeit von 2:38 Std nicht zu viele Körner liegen zu lassen um zwei Wochen später noch ein gutes Rennen auf der Schwäbisch als abliefern zu können. Da ich jedoch vom Start weg in einer großen Gruppe laufen konnte, ließ ich es mir nicht nehmen dieses für mich völlig neue Erlebnis ausgiebig zu genießen. Das Rennen gestaltete sich so allerdings äußerst unrhythmisch und zum Teil sehr schnell. Auf den letzten zehn Kilometern nahm ich das Tempo etwas heraus um mich nicht völlig abzuschießen. Nach dem tollen Erlebnis, durch das Marathontor ins Olympiastadion einzulaufen, erreichte ich in der ungefähr geplanten Zeit von 2:37 Std das Ziel. Mit der Mannschaft wurden wir immerhin noch Dritter.

München marathon

Im Olympiastadion – München Marathon

Somit meine dritte Bronzemedaille mit verschiedenen Mannschaften auf verschiedenen Strecken. Bronze in Bayern, Deutschland und der Welt! Was noch fehlte war eine europäische Wertung…

Schwäbisch Gmünd

Diese machte ich in Schwäbisch Gmünd perfekt. Zwar fielen mir die 50 km brutal schwer und erstmals spielte ich ernsthaft mit den Gedanken aus dem Wettkampf auszusteigen. Doch diesen Triumpf wollte ich meinem Schweinehund nicht gönnen! Im Jogging-Tempo kämpfte ich mich, nachdem ich die drei Kaiserberge bezwungen hatte und zunächst noch an aussichtsreicher Position lief, zurück nach Gmünd. Weit abgeschlagen als Zehnter beendete ich dort mein Wettkampfjahr.

Schwäbisch Alb

erledigt… Schwäbisch Alb

Mit dem Pokal des Siegers im Europacup in der Hand, war dieses schmerzhafte Rennen jedoch schnell vergessen!

Was für eine Saison, was soll da noch kommen???

ASICS-Frontrunner Abschluss in Frankfurt

Es kam tatsächlich noch was! Noch am gleichen Abend, 250 km weiter nördlich, in Frankfurt am Main fand das legendäre ASICS-Frontrunner-Treffen am Abend vor dem Frankfurt Marathon statt. Im festlichen Rahmen inmitten ca. 150 geladener Gäste aus dem Spitzensport, ASICS Europa, Deutschland und Österreich sowie einer Vielzahl der ASICS-Frontrunner wurde mir dort die außergewöhnliche Ehre zuteil als ASICS-Frontrunner des Jahres gekürt zu werden. Es war einfach unglaublich! Vielen Dank nochmal auf diesem Weg!

ASICS Frontrunner

DIe Ehrung der ASICS-Frontrunner des Jahres

Dass ich nun seitdem meine Füße hochgelegt habe, hat nichts damit zu tun, dass ich mich auf meinen Lorbeeren ausruhen will – ganz im Gegenteil, das soll Ansporn sein, mich noch ein bisschen zu verbessern. Doch das Leben besteht nicht nur aus Sport und somit mussten in den letzten Wochen die Prioritäten etwas verschoben werden. Eine Saison wie 2013 lässt sich sicher nicht einfach so wiederholen, aber ich werde mein Bestes geben um auch 2014 wieder von der schönsten Nebensache der Welt, dem puren Laufen, berichten zu können!

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

1 Comment

  1. Müller, Hans-Günter sagt:

    Glückwunsch zu einem so erfolgreichen Wettkampfjahr. Neben einer stabilen Gesundheit und einer Portion Glück gehört eben auch eine kluge Vorbereitung und die Konzentration auf wenige, wichtige Höhepunkte dazu, eben „alte Rödentaler Schule“. Wünsche Dir für 2014 alles Gute. Da wir uns auf die kurzen Bergläufe konzentrieren ( Salomon-Cup ) , werden wir uns sicher nicht oft sehen, außer beim Rennsteig — alle guten Dinge sind Drei, auch ein Christian Seiler …..

    viel Glück

    mr

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