Coast2Coast Fuerteventura

Abenteuer nördlich des Polarkreises
16. August 2015
Zielerreichung
28. Dezember 2015
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Das Playitas Resort auf Fuerteventura steht für einen perfekten Urlaub. Ein 4*-Hotel, welches keine Wünsche übrig lässt und vor allem das Sportlerherz höher schlagen lässt. Ob Olympisches Becken, bestens ausgestattetes Fitness-Center, Sporthalle, Laufstrecken, Fahrradverleih, 18-Loch-Golfplatz, Tennis etc. – der Sportwillige muss auf nichts verzichten. Ob „einfach nur“ Urlauber, Hobby- oder Profisportler – die „Wall of Fame“ gibt Auskunft – , im Playitas Resort trifft man alle Typen an. Dass hier natürlich auch alle möglichen Trainings- und Fitnesskurse abgehalten werden ist selbstverständlich, doch das „Playitas-Event-Team“ setzt noch eines drauf. Hier werden Fuerteventuras größte Wettkämpfe durchgeführt. Challenge Fuerteventura, Lighthouse-Triathlon, Freiwasserschwimmen oder eben die Trailrunning Challenge „Coast2Coast“.

Playitas Resort

Der Coast2Coast ist ein Trailrunningevent mit vier unterschiedlichen Streckenlängen. Die 10 und 20 Kilometer führen vom Hotel in Richtung der nächsten Stadt Gran Tarajal über astreine Singletrails und über die bis zu 150 Meter hohen „Hügel“. Wer hier aufgrund der relativ wenigen Höhenmeter an eine leichte Strecke denkt, der täuscht sich gewaltig. Der Ultratrail über 90 km führt vom Hotel, teils Offtrail bzw. über Schotterstraßen, nach Tuineje. Ab hier ist eine ca. 50-km-Runde zu bewältigen. Nach gut der Hälfte der Strecke, in Ajuy ist der Kurs identisch mit dem Trailmarathon.

PlayitasIch startete wie im Vorjahr beim Trailmarthon. Gut 42 Kilometer müssen hierbei von Ajuy an der Westküste nach Las Playitas an der Ostküste bewältigt werden. Während ich jedoch im Vorjahr eine Woche Zeit hatte, mich an das Klima zu gewöhnen, kam ich in diesem Jahr erst 12 Stunden vor dem Start auf der Insel an. Startunterlagen abholen, Abendessen, Koffer auspacken, kurzer Schlaf und um halb sechs zum Frühstücken. Um 6:45 Uhr werden die „Trailmarathonis“ mit Bussen vorm Hotel abgeholt und zum Start gebracht. Fast 200 waren es in diesem Jahr. Mehr Masse und mehr Klasse als im letzten Jahr!

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Vorm Start

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Start in Ajuy

Das Profil des Trailmarathon verspricht relativ flache 6 Kilometer gleich zu Beginn. Diese führen aber durch weichen Schotter, der einem schnell die Kraft raubt, wenn man hier schon überpaced. Dies musste ich leidlich feststellen, als ich mich gemeinsam mit zwei Spaniern an die Spitze setzte. Am ersten Anstieg mit gut 400 Höhenmetern musste ich nicht nur abreisen lassen, sondern befand mich danach auf Position sieben.

Noch zu Beginn des Rennens Foto: Yancy Cabrera

Noch zu Beginn des Rennens
Foto: Yancy Cabrera

Mit recht zittrigen Beinen konnte ich dann auch auf dem Downhill keinen gleichmäßigen Schritt finden, obwohl es der Untergrund auf überwiegend sandigem aber festem Boden zugelassen hätte. Vielleicht haushaltete ich etwas zu sehr mit meinen Getränkevorräten. Zwei Liter führte ich mit, deutlich mehr als alle anderen in der Spitzengruppe, die zum Teil nur eine kleine Flasche mitführten, welche sie an den Verpflegungsstationen wieder füllten. …die kommen aber ja auch nicht aus dem kalten Deutschland. Also, ließ ich mir an der Verpflegungsstation vor dem nächsten Anstieg etwas mehr Zeit und nahm schon vor dem eigentlichen Zeitplan das nächste Gel. Es gelang mir, mich wieder in direkte Schlagdistanz zu den Podestplätzen zu bringen. Nach einem guten Drittel der Strecke erkannte ich schließlich auch die Stärken und Schwächen der Gegner und rechnete mir so für das flache Ende der Strecke auch noch die ein oder andere Chance aus.

Doch zuvor mussten drei Downhills und der Aufstieg zum höchsten Punkt der Strecke auf 663 Meter bezwungen werden. Dort angekommen lief ich bereits auf dem „Bronzeplatz“, doch nach hinten war noch lange nichts abgesichert. Etwas mehr als die Hälfte ist in Tuineje bereits absolviert. Große Steigungen stehen nun nicht mehr an. Lediglich ein technisch etwas anspruchsvolleres Teilstück, wenn es durch ein trockenes Flussbett geht. Die letzten 16 Kilometer sind dann „nur noch Kopfsache“. Zunächst ein schier endloses Stück Schotterpiste parallel zu einer Straße. Meine Übermotivation hätte mir hier fast das Genick gebrochen. Der Zweitplatzierte war nur noch 150 Meter vor mir und drehte sich schon viel zu oft um. Ich verschärfte das Tempo und holte ihn schon bald ein. Nachdem ich ihn überholte, konnte ich noch einen guten Vorsprung herauslaufen, doch dann schwanden die Kräfte.

Schon längst machten sich Krämpfe in den Waden bemerkbar. Erst jetzt holte ich meinen halben Liter Natriumlösung aus dem Rucksack. Bei 27 Grad im Schatten, wo es seit fast 35 km keinen Schatten gab, war das wie der Tropfen auf dem heißen Stein. Ein Gel und ein paar Schlucke aus der noch gut gefüllten Trinkblase, doch es dauerte nicht lange, dann war nicht nur der eroberte zweite Platz weg, sondern ein weiterer Athlet, Majid Belouati, ging an mir vorbei. Es folgten nun noch 8 km Offtrail durch die Steinwüste Fuerteventuras. Einmal mehr wurde ein Wettkampf zur Kopfsache. „Die kochen alle nur mit Wasser und apropos Wasser, du hast noch genügend in deinem Tank auf dem Rücken!“, sagte ich mir und die letzte Aid-Station ließ ich genauso wie den Drittplatzierten einfach links liegen. Das versetzt – sofern die Rechnung aufgeht – dem Gegner einen Dolchstoß. Ich fand wieder einen flüssigen Schritt und konnte sogar auf den längst enteilten Majid wieder ein wenig aufschließen. Einholen konnte ich ihn aber nicht mehr, das Ziel war mehr oder weniger zum Glück schon zu sehen. 30 Sekunden nach dem Vordermann und 4 Minuten langsamer als im Vorjahr überquerte ich die Ziellinie auf der Plaza Rambla des Playitas Resorts. Am Ende sprang sogar der zweite Platz heraus, da sich der lange Zeit Führende, Andres Santana Fernandez, verlaufen hatte und eine gute Minute hinter mir als Dritter ins Ziel kam.Carsten Stegner im Ziel

Für mich war es eines der spannendsten Rennen der letzten Zeit. Sehr viel Taktik aber auch viele Fehler aus welchen ich hoffentlich lerne. Doch das Wichtigste: jetzt kann der Urlaub beginnen!

Andres Morente, Andres Santana Fernandez, Majid Belouati, Carsten Stegner

Andres Morente, Andres Santana Fernandez, Majid Belouati, Carsten Stegner

Das Playitas-Event-Team Danke für die tolle Veranstaltung!

Das Playitas-Event-Team
Danke für die tolle Veranstaltung!

Der Urlaub kann beginnen :-)

Der Urlaub kann beginnen 🙂

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

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