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MyRun Technogym

Vorneweg: Ich liebe es, auch bei Wind und Wetter, meine Laufrunde in der Natur zu drehen. Bei vielen Besuchen im Fitnessstudio habe ich natürlich auch schon den einen oder anderen Kilometer auf dem Laufband zurückgelegt. Gute Dienste haben mir Laufbänder bewiesen, als ich in einer versmogten Stadt nur wenig Zeit hatte am späten Abend den Fitnessraum des Hotels zu nutzen, ich während einer Kreuzfahrt nicht aufs Lauftraining verzichten wollte oder auch als eine Verletzung nur das schmerzfreie Laufen an einer Steigung zuließ. Beispiele, wann und warum ein Training auf dem Laufband sinnvoll sein kann, gibt es wie Sand am Meer. Insbesondere in der kalten Jahreszeit, wenn man Schnee und Eis aus dem Weg gehen möchte oder für Frauen die sich bei dieser Art des „Fortbewegens“ einfach sicherer fühlen.

Perfekte Vorbereitung

Seit gut zwei Monaten steht nun auch ein Laufband bei mir Zuhause und hierfür gibt es auch gute Gründe. Für mein Jahreshighlight, der Teilnahme an der 100 km WM in Spanien, Ende November, möchte ich perfekt vorbereitet sein und mich so vor allem auf die klimatischen Bedingungen einstellen, damit mich bis zu 20 °C Temperaturunterschied am Wettkampftag nicht völlig aus der Bahn werfen.

Das „MYRUN TECHNOGYM

Meine Wahl fiel auf das „MyRun“ des italienischen Trainingsgeräte-Hersteller „Technogym“. Nach ersten Informationen sollte mich bei diesem Modell ein Laufband erwarten, welches den Profigeräten eines Fitnessstudios in Nichts nachsteht und hierbei besonders durch seine kompakten Maße brilliert, was bei einer Nutzung in den eigenen vier Wänden durchaus ein wichtiges Kriterium ist. Auf ein zusammenklappbares Band verzichtete ich bewusst, da in einschlägigen Foren, vor allem bei intensiver Nutzung, von der einen oder anderen Schwachstelle bei den klappbaren Laufbändern berichtet wurde. Für manch einen mag das zusammengeklappte Trainingsgerät in der Ecke vielleicht auch ein Grund sein, dieses eben nicht zu nutzen. …ja ja, die Bequemlichkeit 😉 Damit das MyRun nicht ständig im Weg steht, kann man es ganz einfach wegrollen, indem man hinten leicht anhebt und mittels zweier Rollen im Frontbereich wegschiebt.

Lieferung MyRun Technogym

Lieferzustand

Als das „MyRun“ geliefert wurde, dachte ich mir, „in dieser flachen Kiste kann doch unmöglich das komplette Laufband stecken“. Doch, tat es. Die beiden Männer der Spedition öffneten den Karton, packten sich das 92 kg schwere Gerät und trugen es über die geschwungene Treppe in das zweite Stockwerk ins Dachstudio wo es seinen Bestimmungsort erreichen sollte. Hier gab es nur noch kleine handwerkliche Tätigkeiten. Die Konsole hochklappen, Haltegriffe sowie die Flaschenhalter daran befestigen; fünf Minuten später konnte ich den Stecker einstecken und hätte schon meine erste Laufeinheit absolvieren können.Lieferung MyRun Technogym

Très chic

MyRun TechnogymSo wie es nun dasteht, wundert es nicht, dass Technogym für das „myrun“ den „Red Dot Award“ sowie den „iF Design Award“ gewann. Es ist sehr elegant und unterscheidet sich merklich von allen anderen Laufbändern. Trotz der filigranen Bauweise ist es äußerst stabil, verträgt Läufer bis zu 140 kg und die Haltegriffe tragen auch problemlos das gesamte Körpergewicht, ohne dabei zu wackeln, wenn man sich von der Lauffläche hebt um anschließend einen sicheren Halt auf den Trittflächen links und rechts des Bandes zu finden.

MyRun Technogym

Das Display ist mehr als übersichtlich. Vier große und jederzeit gut ablesbare Ziffernblöcke geben Aufschluss über Laufzeit, Steigung, Geschwindigkeit und Entfernung. Gerademal zwei große und stabile Tasten, unterhalb des Displays, sind nötig, um grundsätzlich das gesamte Training zu steuern: ein Wippschalter für die Steigung und einer für das Tempo. Ein dritter, mit einer Leuchtdiode in grün bzw. rot versehener, Schalter schaltet das Laufband ein bzw. aus. Ein Sensor erkennt den nahenden Nutzer und schaltet automatisch aus dem stromsparenden Stand-by-Betrieb in den Aktivitätsmodus. Selbstverständlich verfügt das „MyRun“ auch über eine Notstoppfunktion. Ein Magnetschalter bringt das Band zum Stillstand, wenn er vom Gerät gezogen wird, sobald der Läufer, der das Sicherungsband an seiner Kleidung befestigt, das Band nach hinten verlassen würde.

Doch das „MyRun“ hat mehr zu bieten als die „rudimentären“ Informationen – sehr viel mehr! Sobald ein Tablet via Bluetooth oder USB-Schnittstelle verbunden ist, eröffnet sich dem Nutzer eine ausgefeilte Technologie. Über eine ausziehbare Halterung lassen sich handelsübliche Tablets oberhalb des Displays platzieren und mittels einem speziellen Band sichern.

Running Rate

Nach der Installation der „MyRun-App“ (App Store und Google Play) sorgt der zum Patent angemeldete „Running Rate Index“ für die Verbesserung des Laufstils. Ähnlich wie ich es von meinen Garmin Uhren gewohnt bin und es auch lieben gelernt habe, zeigt mir nun das Tablet in Front die aktuellen Laufdaten an und empfiehlt mir, wie ich meinen Laufstil effizienter gestalten kann. Sensoren messen hierbei die Schrittfrequenz, die Schrittlänge sowie die vertikale Verlagerung des Körperschwerpunktes. Was vielleicht wie eine Spielerei klingt, hat mich enorm weitergebracht, denn ich konnte so meinen Körperschwerpunkt sukzessive nach vorne verlagern, meine Schrittfrequenz erhöhen und den Aufprall verringern.

Immer im Takt

Was mich beim Laufen in der Natur fürchterlich stört, kann auf dem Laufband eine sinnvolle Ergänzung

Running Music MyRun Technogym

Running Music

sein: Laufen mit Musik. Die Gefahr hierbei ist, dass man seine Schritte dem Rhythmus anpasst. Nicht so mit dem MyRun Technogym. Die App bietet die sogenannte „Running Music“ an. Hierbei wird auf die eigene Musikbibliothek zugegriffen oder Du verknüpfst die App mit deinem Spotify-Account und greifst so auf Millionen Musikdateien zu. Der Clou daran ist, dass nicht Du nach dem Takt der Musik läufst, sondern die Musik gemäß deiner Schrittfrequenz ausgewählt wird. Auf deine Lieblingsmusik musst du deswegen nicht verzichten, denn im Menu kannst Du angeben, welche Musikrichtung Du bevorzugst. Der Wechsel des Musikstücks erfolgt sobald Du deine Frequenz erhöhst oder reduzierst, also meist bei Tempoveränderungen.

 

Viele Features

Die MyRun-App bietet noch so viel mehr. Wäre es nicht schön in Erinnerungen zu schwelgen und die Strecke vom letzten Urlaub abzulaufen? Sobald man seinen „MyWellnes-Account“, mit dem eigenen Garmin, Strava oder anderen Accounts verbindet und synchronisiert, kann man bereits absolvierte Trainings wiederholen. Wenn es sich um eine Outdooraktivität handelte welcher eine GPS-Datei anhängt, kannst Du deinen Fortschritt auf einer Landkarte verfolgen.

 

Du bist der Chef oder Du überlässt es der Technik

Meistens nutze ich das Laufband indem ich es einfach starte, eine Geschwindigkeit und individuelle Steigung wähle und nach dem Erreichen einer bestimmten Kilometerzahl oder Trainingsdauer das Training beende. Zwischendurch entscheide ich selbst ob ich einen Abschnitt schneller oder langsamer laufen möchte oder ggf. eine ordentliche Steigung von bis zu zwölf Prozent absolvieren möchte. Über die App besteht aber auch die Möglichkeit ein zeit-, entfernungs- oder pulsgesteuertes Training abzuleisten. Selbstverständlich kannst Du auch ein Intervall- oder Bergtraining vor Beginn der Einheit definieren und dann ablaufen.

MyRun Technogym

Du hast ein spezielles Ziel? Kein Problem, für diesen Fall bietet Dir die MyRun-App einen Trainingsplan an. Egal ob Du dich auf einen 5 oder 10 km Lauf vorbereitest oder ob Du einen Halbmarathon oder dich gar über die Königsdistanz von 42,2 km versuchen möchtest. Die Trainingsvorgaben der App sind meines Erachtens nach durchaus durchdacht und können Dir gut helfen, Dein Ziel zu erreichen. Sicher werden nur die wenigsten ihr komplettes Training auf dem Laufband absolvieren. Das ist auch nicht wirklich sinnvoll, wenn man nicht gerade in der Antarktis oder einer völlig versmogten Stadt wohnt. Aber die App gibt Dir einen echt guten Anhalt einer Trainingssteuerung.

Leise und trotzdem leistungsstark

Bei der Benutzung des MyRun muss ich keine Angst haben, dass das ganze Haus bebt. Auch in einem Mehrfamilienhaus werden es die Nachbarn zu normalen Zeiten nicht bemerken, dass man fast den Marathon-Weltrekord in der eigenen Wohnung bricht, wenn man mit bis zu 20 km/h durch das Wohnzimmer rast. Die Dämpfung der Laufoberfläche ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen und wirkt sehr realistisch im Vergleich zum Laufen jenseits der Haustüre. Bei meinen Läufen mit unterschiedlichster Geschwindigkeit und Steigung habe ich auch nie festgestellt, dass der Motor schwächelt. Die Motorleistung gibt der Hersteller mit 2,5 PS bei einer Stromzuführung von 220 V und mit 3 PS bei 110 Volt an. Die maximale Leistung soll bei 6,5 PS liegen.

Gut vermessenLauffläche MyRun Technogym

Die Maße des MyRun sind, wie eingangs erwähnt, optimal für einen Hometrainer. Mit 55 Prozent Lauffläche im Vergleich zum gesamten Gerät rangiert das MyRun unangefochten auf Rang 1 der motorbetriebenen Laufbänder. Auf der 50 cm breiten Lauffläche hatte ich nie das Gefühl, selbst wenn ich schon müdegelaufen war, zu nah an den Rand zu kommen. Auch die Länge der Lauffläche mit 143 cm musste ich mit meiner Körpergröße von 185 cm und einer Pace von 3 Min/km nie ausreizen.

Perfekte Unterstützung 

Technogym bietet entweder über die App oder auch im Internet eine tolle Unterstützung und Hilfe in jeder Situation. So besteht z. B. sogar die Möglichkeit mit einem persönlichen Trainer in Kontakt zu treten, viele allgemeine Trainingstipps zu bekommen oder bei technischen Problemen die sehr aufschlussreiche FAQ-Seite zu Hilfe zu nehmen.

Fazit

MyRun TechnogymAuch zukünftig werde ich die meisten Kilometer „Open Air“ absolvieren und mich nicht wegen einem Regenschauer, starken Wind, eisigen Temperaturen oder Dunkelheit ins Haus scheuchen lassen. Aber wenn es mir danach ist, ganz unabhängig von äußeren Bedingungen, dann genieße ich es, das Laufband nutzen zu können. Obwohl ich durchaus in der Lage bin, mein Tempo gut einschätzen zu können und gleichmäßig zu laufen, so ist das Training auf dem Band die wohl beste Möglichkeit dieses Gefühl weiterhin zu verbessern, insbesondere die Überwachung der Laufeffizienz ist dem Hersteller sehr gut gelungen. In meiner Gegend, wo ich keine Berge, sondern allenfalls Hügel erstürmen kann, habe ich mit dem MyRun die Möglichkeit auch mal 1.500 Höhenmeter am Stück erlaufen zu können. Auch genieße ich es, meine Laufeinheit in direkter Nähe zu meiner Frau durchführen zu können. Wie bei vielen Paaren, ist es uns aufgrund des Leistungsunterschiedes kaum möglich gemeinsame Sporteinheiten zu absolvieren. Doch so kann ich dabei sein, wenn sie eine „Joggingrunde“ dreht und ich daneben Kraft- oder Dehnübungen durchführe. Apropos Übungen. Sogar hier bietet Technogym in seiner App einige Warm-up und Cool-down Programme an, die per Videosequenz gezeigt werden und zum Nachahmen motivieren.

Viele weitere Infos gibt es direkt bei Technogym

 

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

4 Comments

  1. Nicole Lütolf sagt:

    Was kostet das Ding nun??

  2. Andrew sagt:

    Das Laufband ist nicht billig, soweit ich weiß 3K oder etwas mehr – kenne 2 Läufer die es zu hause stehen haben, ist echt ein gutes Teil, man zahlt halt fürs Design und die Technik.
    Super Erfahrungsbericht, by the way!

  3. Du ballerst mit einer 3er Pace über das Laufband? Respekt! Gerade bei hohem Tempo habe ich bei Laufbändern immer sorge, daß ich mich ganz fies Hinpacke und anschliessend um das Band wickle. Würdest Du sagen, daß es dann immer noch stabil läuft, bei dem Tempo? Beste Grüße, Daniel

    • Carsten sagt:

      Hallo Daniel, erstmal vielen Dank, dass Du den Bericht gelesen hast. Die Vorstellung wie es jemanden um das Laufband wickelt ist ziemlich witzig – aber sicher auch schmerzhaft! Nein, also im Ernst, das Band läuft absolut stabil und auch bei höherem Tempo fühle ich mich sicher.
      Viele Grüße, Carsten

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