Das bin ich …

Bereits als Kind habe ich mit Sport angefangen. Nicht wie die meisten Kinder mit Fußball spielen, sondern in der Leichtathletikabteilung des oberfränkischen TSV Mönchröden. – Zunächst auf recht spielerische Art und Weise. Nach und nach kamen ein paar Erfolge bei verschiedenen Waldläufen auf Kreisebene. Somit stiegen auch mein Ehrgeiz und die Anzahl meiner guten Platzierungen und Siege. Zur Leichtathletik gesellte sich der Wintersport – in Form von Skilanglauf – welcher, sportlich gesehen, die nächsten Jahre dominieren sollte. Im Skilanglauf verdiente ich mir 1985 auch meinen ersten kleinen Pokal, bei der oberfränkischen Meisterschaft.

Nach dem Wegfall der deutsch-deutschen Grenze ergaben sich neue Trainingsmöglichkeiten im nahegelegenem thüringischen Steinheid und Oberhof. Es folgten, mit der Teilnahme am Deutschland-Pokal, Wettkämpfe im gesamten Bundesgebiet. Neben dem Skilanglauf nahm ich im Sommer auch weiterhin an Laufveranstaltungen teil und absolvierte hin und wieder einen Triathlon in der olympischen Distanz.

LL-Trainingslager Ramsau am Dachstein 1988

LL-Trainingslager Ramsau am Dachstein 1988

Die direkte Vorbereitung auf die Skisaison begann schließlich immer schon im September mit dem ersten Schneetraining auf dem Dachstein bzw. im Herbst auf der Tauplitzalm. In heimischen Gefilden nahm ich in dieser Zeit an einigen Bergläufen im Frankenwald und Fichtelgebirge teil.

Siegerehrung Pokallanglauf TSV Mönchröden 1987

Siegerehrung Pokallanglauf TSV Mönchröden 1987

 

Trainingslager 1993 in Viareggio; SG Rödental

Trainingslager 1993 in Viareggio; SG Rödental

Auf Initiative von Kurt Herbicht konzentrierte ich mich zu Anfang der 90er Jahre wieder mehr auf den Laufsport und nahm für die SG Rödental erfolgreich an vielen Laufveranstaltungen teil. Die wichtigsten Wettkämpfe waren hierbei die Bergläufe. Bei den Bayern-Cup-Veranstaltungen stand

Erfolgreiches Jugendtrio der SG Rödental (1992-1994) - Dirk Müller, Achim Stephan, Carsten Stegner

Erfolgreiches Jugendtrio der SG Rödental (1992-1994) – Dirk Müller, Achim Stephan, Carsten Stegner

ich regelmäßig auf dem Treppchen – aber auch auf der Straße, Bahn oder im Gelände konnte ich einige Erfolge erzielen. Die ein oder andere persönliche Bestleistung stammt noch aus dieser Zeit.

1993 war das für mich wohl erfolgreichste Jahr. Bei Ländervergleichswettkämpfen, sowie der World-Trophy im Berglauf (Gap/Südfrankreich) durfte ich im Trikot der deutschen Nationalmannschaft starten.

Junioren-Team der Berglauf-Nationalmannschaft 1993 - Michael Kehrer, André Götz, Patrick Heinlein, Carsten Stegner

Junioren-Team der Berglauf-Nationalmannschaft 1993 – Michael Kehrer, André Götz, Patrick Heinlein, Carsten Stegner

Nationalteam Berglauf 1993

Nationalteam Berglauf 1993

Worldtropy 1993 in Gap

Worldtropy 1993 in Gap

Jedoch hinderte mich mein Berufseintritt 1994 daran, diese Erfolge fortzusetzen. Die Priorität verlagerte sich sozusagen immer mehr in Richtung „Brötchen verdienen“. Training und Wettkämpfe wurden weniger. Ab 1995 nahm ich an keinem Wettkampf mehr teil.

Bayerische Waldlaufmeisterschaft der Polizei 1995 mit meinem Vater und meiner Schwester

Bayerische Waldlaufmeisterschaft der Polizei 1995 mit meinem Vater und meiner Schwester

 

Staffelübergabe bei der bay. Polizeimeisterschaft 1995

Staffelübergabe bei der bay. Polizeimeisterschaft 1995

 

Abteilungssportfest der Bereitschaftspolizei Würzburg 1994

Abteilungssportfest der Bereitschaftspolizei Würzburg 1994

Sport war dennoch ein wichtiger Bestandteil meiner Freizeitplanung und so verlernte ich in den nächsten Jahren niemals das Laufen. Von einem koordinertem Training war ich dennoch weit entfernt. Nach einem zweijährigen Intermezzo und regelmäßigen Besuch der „Mucki-Bude“ erkannte ich zwar die „optischen Vorzüge“ eines regelmäßigen Kraftrainings, die zusätzlichen „Kilos“ störten aber beim Laufen. Somit kam die zweite Erkenntnis: Meine Sportart ist und bleibt das Laufen! Nach über 10 Jahren Wettkampfpause überwandt ich schließlich meinen Schweinehund und meldete mich 2005 beim Katzwanger Volkslauf an, lief die 21,1 km in 1:22:53 Std und wurde immerhin Gesamt 5.

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Rennsteiglauf 2012 – Christian Stork (3.), Benoit Charles-Mangeon (4.), Carsten Stegner (2.)

Auf der Suche nach neuen Zielen wurde ich schnell fündig und nahm im gleichen Jahr noch am Kitzbüheler Hornlauf teil – einem meiner beliebtesten Bergläufe. Landschafts- und Ultramarathons (Rennsteig) folgten. Auch nach einem gesundheitlichen Rückschlag 2007 entwickelte sich meine Leistungskurve weiter nach oben und es gilt noch das ein oder andere Ziel zu erreichen. Ab Ende 2008 trainierte ich gezielt nach Trainingsplänen von Peter Greif. Meine Marathonbestzeit ging gen 2:30 Std., aber meine Leidenschaft blieb der Traillauf. Einen Achtungserfolg konnte ich im Mai 2012 beim Rennsteiglauf feiern, als ich auf der Supermarathonstrecke (72,7 km) den zweiten Gesamtrang, vor einigen großen Namen der Szene erlief.

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Zieleinlauf UM Celje – Logarska Dolina mit Streckenbestzeit

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Nach 20 Jahren Rückkehr ins Nationaltrikot – UTWM Wales 2013

Mit dem Ultramarathon scheine ich nun tatsächlich meine „Schokoladen-Strecke“ gefunden zu haben. Es folgte der Gesamtsieg beim Europacupwettbewerb im Ultramaraton beim Lauf von Celje nach Logarska (SLO). Nach einer Verletzungspause konnte ich gleich zu Beginn des Jahres 2013 an meine Erfolge anknüpfen. Belohnt wurde dies mit der Nominierung in den Ultramarathon-Nationalkader und der Teilnahme an der Ultra-Trail-Weltmeisterschaft im Juli 2013 in Wales.

Im Jahr 2015 starte ich nun bereits in der Altersklasse M40. Doch was heißt das schon. Gleich zu Beginn des Jahres verbesserte ich meine Bestleistung im 50-km-Lauf auf 3:10 Std. Im Februar wurde ich Deutscher Meister in meiner Altersklasse über 50 km und im April gelang mir mein bisher größter Coup: Ich wurde bei meinem Debüt über 100 km gleich Deutscher Meister und schafte mit 7:13 Std die DLV-B-Kadernorm.

Carsten Stegner Deutscher Meister

Zieleinlauf nach 100 km als Deutscher Meister

Doch das alles geht nicht ohne die Unterstützung durch meine Familie. So waren meine Eltern von Anfang an dabei, investierten viel Zeit und Geld und sicher auch einige Nerven. Ganz neu war meine „plötzliche Sinneswandlung“, nun unbedingt wieder an Wettkämpfen teilzunehmen und einige Stunden der gemeinsamen Freizeit für das Training zu „opfern“, für meine Frau. Ohne ihre Unterstützung und Akzeptanz wäre mein Hobby in dieser Form nicht zu verwirklichen!

Ebenso wichtug ist es ein Netzwerk hinter sich zu haben. Dazu gehören Firmen, die einen unterstützen, aber noch wichtiger sind all die Menschen die mich durch Worte und Leistungen inspirieren und motivieren!

Dankeschön!!!