Marathonvorbereitung mit Hinderniss(en)

ASICS GEL-DS Racer 9
3. März 2012
Carsten Stegner
Antalya-Marathon „Runtalya“
4. März 2012
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  • Kalenderwochen 50/2011 – 9/2012
  • 12.12.2011 – 04.03.2012
  • Trainingsstunden: ca. 85 Std.
  • Laufen: ca. 1.100 km

Die gezeigten absoluten Zahlen lesen sich vielleicht gar nicht schlecht. Im Schnitt auf die zwölf Wochen gerechnet sind sie jedoch mehr als ernüchternd:

  • Trainingsstunden: 6:40 Std pro Woche
  • Laufen: 91,6 km pro Woche

Das lässt sich eigentlich nicht mit meinen Zielen vereinbaren. Die großen Defizite rühren von einem Trainingsunfall, als ich (auch wenn die gegnerische Versicherung anderer Meinung ist) UNVERSCHULDET über einen mir völlig unvermittelt in den Weg gelaufenen Hund fiel. Ellebogenbruch – Operation. Gerade wieder zu meiner Form gefunden, musste ich schon wieder pausieren. Zudem schwächte mich die Vollnarkose sehr und es dauerte lange bis ich wieder das Gefühl hatte, einigermaßen fit, aber dennoch weit entfernt von meinem letzten Leistungsstand zu sein. Mit einer Schiene am Arm konnte ich zwar bald wieder mit lockerem Lauftraining beginnen, mit einer koordinierten spezifischen Wettkampfvorbereitung hatte dies jedoch nicht viel zu tun.

Natürlich musste ich auch auf fast alle geplanten Wettkämpfe verzichten. Deshalb ließ ich es mir nicht nehmen, trotz sibirischer Kälte, beim Halbmarathon in Bad Füssing an den Start zu gehen. Unter anderen Vorzeichen hätte ich vielleicht darauf verzichtet, um vor dem geplanten Marathon am 4. März in Antalya keinen Infekt zu riskieren. Doch das war meine einzige Chance, den in der Vorbereitung so wichtigen Halbmarathon zu laufen.

Die Teilnahme am Marathon in Antalya hatte ich schon relativ früh im Vorjahr geplant. Es sollte der Wettkampf sein der mich nach dem verkorksten Jahr 2011 wieder in die richtige Bahn lenkt. Umso tragischer, dass dieser nun auch schon wieder auf der Kippe stehen sollte. Doch an eine Absage dachte ich nicht. Kontinuierlich steigerte ich mein Trainingspensum, ohne mich jedoch verrückt zu machen und zu versuchen, die verpassten Trainingskilometer wieder aufzuholen. Ganz im Gegenteil. Im Vergleich zu vorherigen Vorbereitungen lief ich sogar weniger (140 zu 195 km/Woche) und achtete auf die entsprechende Regeneration. Auch nach meinem Wiedereinstieg legte ich den einen oder anderen Ruhetag ein, bzw. pausierte auch noch ein paar Tage wegen eines Infekts.

Zum Glück habe ich schon rechtzeitig vor dem Unfall meinen Longrun auf 40 km gesteigert. Der Einstieg in die langen Läufe fiel mir deshalb nicht so schwer. Hart tat ich mir dagegen bei den Tempoeinheiten. Zwar konnte ich problemlos die zweite Hälfte des Longrun knapp unter 4 min/km laufen, aber Zeiten um 3:30 min/km bei Wiederholungsläufen über 4 – 7 km waren die Hölle. Erst in den letzten Tagen vor Bad Füssing fiel mir dieses Tempo etwas leichter. Mit den 1:14:44 Std für den Halbmarathon wusste ich, dass ich wieder einigermaßen in der Spur war. Es folgte ein Urlaub auf Fuerteventura, der tatsächlich mehr Urlaub, als Trainingslager war. Lediglich eine Trainingseinheit stand pro Tag auf dem Plan. Keine drei Wochen mehr bis zum Showdown, konnte und durfte ich hier sowieso keine Bäume mehr ausreißen.

Einen kleinen Wermutstropfen hatte ich allerdings auch bei den langen Läufen hinzunehmen. Auf die Endbschleunigung, die ich in den letzten Wochen auf bis zu 15 km ausbauen wollte, musste ich oft verzichten. Ende Januar war es die Kälte, die mir einen Strich durch die Rechnung machte, im Urlaub auf Fuerteventura war es dagegen die Wärme und der heftige Gegenwind, die eine Beschleunigung auf Marathontempo von ca. 3:40 min/km verhinderte.

(M)eine Vorbereitung im Winter kann ich nicht mit der nahezu perfekten Vorbereitung auf den Frankfurtmarathon 2010 vergleichen. Auf den 18 km Tempodauerlauf konnte ich damals ganz nah an die 3:30 min/km laufen, diesmal lag ich bei 3:40 min/km. Mein Ziel ist diesmal aber auch ein anderes, denn für einen Bestzeitversuch ist weder Strecke noch Zeitpunkt geeignet.

Die objektive Betrachtung der letzten 12 Wochen nahm mir somit auch selbst den Druck und so gehe ich einigermaßen gelassen an die 42,2 km an der türkischen Riviera.

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

1 Comment

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