140 km aber nur 4 Trainingstage / Zugspitzultratrail

Trainingsbeginn 2. Saisonhälfte
10. Juni 2012
4 Trails
13. Juli 2012
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  • Kalenderwoche 25/2012
  • 18. – 24.06.2012
  • Trainingsstunden: ca. 13,5 Std.
  • Laufen: ca. 140 km

In der Vorwoche (KW 24) musste ich von meinem Trainingsplan erheblich abweichen, da ich mir eine Reizung bzw. Entzündung der Peronealsehne (Sehne an der Außenseite des Fußes) zugezogen habe. Schuld war ich mal wieder selbst, da ich mit viel zu leichtem Schuhwerk viel zu lange Strecken gelaufen bin. Aber immerhin habe ich dieses Mal nicht den Fehler gemacht, den Schmerz zu ignorieren. Radtraining und nur ein lockerer Lauf taten der Sehne gut und so konnte ich am Montag wieder ins Lauftraining einsteigen. Als Highlight in dieser Woche stand der Zugspitz-Ultrtrail auf dem Plan, bei welchem ich als Vorläufer tätig war. Um den Einsatz nicht zu gefährden, legte ich vernünftiger Weise, am Mittwoch und Donnerstag jeweils noch einen trainingsfreien Tag ein. Zu einem dritten „faulen Tag“ wurde ich am Sonntag gezwungen, als das regenerative Training wegen eines plötzlich einsetzenden grippalen Infekts abgesagt werden musste. Also blieb es bei nur 4 Lauftagen mit immerhin 140 km sowie 4.600 Höhenmeter, welche ich am Freitag und Samstag absolvierte.

Wieder, bzw. noch voll im Plan war der Montag. Im hügeligen Lorenzer Reichswald kam ich auf 25 km – 18 km hiervon war ich meist mit einer Pace unter 3:50 min/km unterwegs. Das Dienstagstraining teilte ich auf in einen 12-km-Nüchternlauf, sowie einen nur 15 km langen mittleren Dauerlauf. Da mein Fuß doch noch ziemlich schmerzte brach ich an dieser Stelle, bei einer ohnehin unangenehmen schwülen Hitze, ab. Am Abend sowie den kommenden zwei Tagen waren Ruhe und Physiotherapie angesagt.

Dies tat mir, respektive meinem Fuß, scheinbar gut. Zudem wurde ich von einem Schuh unterstützt, der scheinbar durch seine „Muskelaktivierung“ und daraus resultierender Druchblutungssteigerung, „heilerische“ Fähigkeiten hat. Der Mizuno BE, ein reiner Freizeitschuh, ist in dieser Beziehung ein echter Tip!

Am Freitag durfte ich schließlich endlich meiner (Lauf-)Leidenschaft frönen. Kaum in Grainau, am Fuße der Zugspitze, angekommen, schnürte ich meine Trailschuhe und begab mich auf eine lockere Runde auf den ersten Kilometern des anstehenden Zugspitz-Ultratrail. Von Grainau nach Hammersbach, hoch in Richtung Höllental und am Panoramaweg zur Eibseealm, einen kurzen Abstecher zum Eibsee und auf direktem Weg zurück nach Grainau. Gerne hätte ich noch die Umrundung des Eibsees mitgenommen, doch am kommenden Tag sollten noch genügend Laufkilometer auf mich warten.

Am Samstag früh um 5:30 Uhr holte mich Andy Kuban von Vivalpin am Hotel ab, um mich zu meinem „Einsatzort“ zu bringen. Von Ehrwald aus hatte ich die Pflicht – oder sollte ich sagen, das Vergnügen – für die nächsten 33 km, die bereits markierte Strecke nochmal abzulaufen und gegebenenfalls nachzumarkieren. Dieser Streckenabschnitt ist zwar der anspruchsvollste aber definitiv der schönste auf den 100 km rund um das Zugspitzmassivs.

Zugspitze um halb sechs

5:30 Uhr - es geht los

Nach einem kurzen Aufstieg war ich bei Erreichen des Koppensteigs bereits auf der Strecke und folgte dieser stetig bergauf vorbei an der Pestkapelle zum Feldernjöchl. Als Belohnung gab es ein traumhaftes Panorama über das noch verschlafene Tal in welchem noch die Wolken hingen. Ich dagegen durfte mich bereits über die wärmenden Sonnenstrahlen freuen – als wäre es mir nach 800 Höhenmetern am Stück nicht eh schon warm genug… 😉

Der frühe Vogel fängt den Wurm...

... oder, der frühe Trailrunner macht das beste Foto.

Die nächsten 5 Kilometer ging es ständig auf und ab, über so manchen Steig und Grat. Nach 700 m Downhill erreichte ich die Hämmermoosalm. Ab hier stößt der Supertrail, die mit 69 km etwas kürzere Ausgabe der Zugspitzumrundung, auf die Strecke. Während ich vor den „Ultratrailern“ genügend Vorsprung hatte, hieß es nun die Beine in die Hand zu nehmen, denn durch die Fotopausen hatte ich hier einen errechneten Vorsprung von nur einer Stunde auf die „Ultratrailer“. Doch dies sollte mir auf den 14 km die ich bis zum Hubertushof Reindlau noch vor mit hatte, auf jeden Fall reichen – auch wenn der Topfavorit auf dieser Strecke Philipp Reiter hieß.

Ab Reindlau war für mich „Kür“ angesagt. Ich erledigte mich der meisten Utensilien, die ich als Vorläufer mitführen muss, verpflegte anständig und wartete auf die ankommenden Läufer. Wie erwartet traf Philipp Reiter als Erster ein, knapp gefolgt von Anton „Dodo“ Philipp. Noch unter den Top Ten und nur 13 Minuten hinter der Spitze, erreichte Christian Zimmer, ein Kollege aus dem Saarland, die Verpflegungsstation. Der Streckenabschnitt bis zum Ferchensee, bei km 70, ist für den „echten Trailläufer“ eher schwer zu laufen. Breite Wege und ziemlich flach – ein Alptraum für die meisten Teilnehmer. Daher leistete ich Christian sozusagen „Amtshilfe“, indem ich ihn auf diesen Kilometern begleitete. So verging die Zeit und auf meiner Garmin standen schließlich auch schon 50 km. Auf den nächsten welligen 10 km mit gut 300 m im Auf- und 550 m im Abstieg musste ich noch einiges an Markierungsarbeit leisten, da Wanderer und Forstfahrzeuge die bestens präparierte Strecke „demarkierten“. Von nun an waren es „nur noch 20 km“ sowie 1400 Höhenmeter; diese wollte ich unbedingt noch voll machen. Da ich am Aufstieg zur Längenfelderbahn einen Teilnehmer, der Krämpfe und Schmerzen hatte, aber meinen gesamten Getränkevorrat übergab, kam ich bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen und einer Belastung von fast 7 Stunden selbst in Versorgungsschwierigkeiten. So entschied ich mich (schweren Herzens) die Runde um den Osterfelder nicht zu bestreiten und an der Talstation der Längenfelderbahn direkt die 1000 Höhenmeter im Abstieg in Richtung Ziel in Angriff zu nehmen. Nach knapp 75 km und ziemlich genau 4.000 Höhenmeter beendete ich ein außergewöhnliches 8 ¾ Std langes Training.

 

Carsten Stegner
Carsten Stegner
Als passionierter Läufer berichte ich in diesem Blog von meinem Training, meinen Wettkämpfen und gebe meine Erfahrungen bezüglich dem von mir genutztem Equipment weiter. Mehr zu meiner Person und zum Thema Laufen gibt´s auf www.pure-run.de

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